
Knoblauch: einmal gepflanzt, zweimal verkauft
Im Juni die Blütenstängel, im Juli die Knollen, und Knoblauch den ganzen Winter.

von JM Fortier, Marktgärtner & Bestsellerautor
Das Wichtigste
- Knoblauch ist nicht schwer anzubauen, wenn du dich an die Abläufe hältst. Das Pflanzgut ziehst du selbst nach, und du verkaufst ihn zweimal: Blütenstängel im Juni, Knollen im Juli, danach einen Vorrat bis zur nächsten Ernte.
- Im Süden Québecs wird in der dritten Oktoberwoche gepflanzt, in ein gut mit Kompost versorgtes Beet, drei Reihen pro Beet unter mindestens 15 cm Stroh.
- Behalte die schönsten Knollen als Pflanzgut, etwa 6 kg pro 30-m-Beet, und steck nie Zehen, die eine Pilzkrankheit mitbringen könnten.
- In Heirloom trägst du den Herbstknoblauch in den Anbauplan der Saison ein, in der du ihn pflanzt. Er begleitet dich in die nächste Saison und belegt seine Beete bis zur Ernte.
Wenn ich jemandem, der mit dem Gemüsebau anfängt, nur eine Kultur ans Herz legen dürfte, wäre es Knoblauch. Hältst du dich an die Abläufe, ist er nicht schwer anzubauen. Das Pflanzgut ziehst du selbst nach, die Marge stimmt, und du verkaufst ihn zweimal: die Blütenstängel im Juni, die Knollen im Juli. Danach lässt er sich lagern, und du verkaufst ihn das ganze Jahr, bis die nächste Ernte kommt. Für einen kleinen Hof, der rentabel sein will, ist das ein Geschenk.
Eine Pflanzung, zwei Ernten
Mitte Juni schiebt der Knoblauch seine Blütenstängel. Sie sind so weit, wenn sie sich ein- oder zweimal eingerollt haben, und wir brechen sie etwa drei Wochen lang zwei- bis dreimal pro Woche aus. Ohne Blütenstängel steckt die Pflanze ihre Kraft in eine dickere Knolle, und die Stängel gehen auf den Markt. Die erste Ernte macht die zweite besser.
Ab Anfang Juli verkaufen wir schon etwas Frischknoblauch. In der dritten Juliwoche ziehen wir den Rest und lassen ihn drei bis vier Wochen trocknen. Gut getrocknet hält eine Knolle sechs bis acht Monate oder länger, und viele Kundinnen und Kunden legen sich einen Wintervorrat an; so verkaufen wir bis zur nächsten Ernte weiter. Knoblauch braucht allerdings Platz: Er steht von Oktober bis Juli auf seinen Beeten und hat in unserer Fruchtfolge eine eigene Parzelle. Aber wenn du schönen, großen Knoblauch ziehst, wirst du ihn problemlos los. Regionaler Bio-Knoblauch erzielt am Markt gute Preise, und die Marge ist den Platz wert.
Halte dich an die Abläufe, und er dankt es dir
Knoblauch ist ein Starkzehrer: Im Herbst bringen wir etwa fünf Schubkarren Kompost pro Beet aus. Knoblauch und alle anderen Lauchgewächse kommen frühestens nach vier Jahren wieder auf dasselbe Beet. Er will gleichmäßig Wasser, vor allem, wenn die Knolle dicker wird.
Das beste Pflanzgut ist dein eigenes. Bevor du auch nur eine Knolle verkaufst, leg die zur Seite, bei denen Anzahl und Größe der Zehen am besten zusammenpassen, etwa 6 kg pro 30-m-Beet. So musst du nur selten Pflanzgut zukaufen. Steck aber nie Zehen, die eine Pilzkrankheit mitbringen könnten.
Wir bauen Hardneck-Knoblauch an, der mehr Aroma hat und sich besser lagert als Softneck. Hier im Süden Québecs, in Kanada, stecken wir ihn in der dritten Oktoberwoche, damit die Zehen vor dem Winter gut einwurzeln. Welche Woche bei dir die richtige ist, hängt von der Region ab: Frag die Marktgärtner in deiner Umgebung. Drei Reihen pro Beet, 25 cm zwischen den Reihen und 14 cm in der Reihe, Spitze nach oben, in etwa 6 cm tiefe Löcher. Zwei Leute pflanzen einander gegenüber und arbeiten sich gemeinsam den Weg entlang vor. Danach kommen mindestens 15 cm unkrautfreies Stroh aufs Beet: Es hält das Beikraut zurück und schützt über den Winter die Bodenfruchtbarkeit.

Ernten, trocknen, einlagern
Stell die Bewässerung einige Wochen vor der Ernte ein und zieh die Knollen an einem sonnigen Tag. Der Erntetag ist ein großer Tag: Organisier zusätzliche Hände, einen schattigen Platz, scharfe Scheren und genug Kisten, und rechne mit etwa 16 kg Knoblauch pro Person und Stunde. Trockne ihn drei bis vier Wochen lang geschützt vor Sonne und vor allem vor Regen, mit Ventilatoren, die rund um die Uhr laufen, bis die äußeren Häute trocken rascheln, der Hals fest ist und der abgeschnittene Stängel innen hart. Bei 14 bis 18 °C gelagert, verkauft sich dein Knoblauch noch lange nach dem letzten Markttag.
Eine Pflanzung über den Jahreswechsel
Weil der Knoblauch seine Beete von Oktober bis Juli belegt, gehört er in den Plan, sonst landet die nächste Kultur genau auf seinen Beeten. In Heirloom tragen wir ihn in den Anbauplan der Saison ein, in der wir ihn stecken: zwei Beete, gepflanzt in der dritten Oktoberwoche, und Heirloom berechnet die erste Ernte für den Juli darauf.

Die Pflanzung begleitet dich dann in die nächste Saison. Aktiviere im Anbauplan unter Anzeigeoptionen die Option Vorherige 6 Monate anzeigen, dann steht dein Herbstknoblauch auf derselben Zeitachse wie der Rest der Saison. Die Anbaukarte weiß, dass diese Beete bis zur Ernte belegt sind, und gibt sie danach für eine Gründüngung oder eine Herbstkultur frei. Bei uns folgen in der Fruchtfolge meist Lagermöhren auf den Knoblauch.


Knoblauch ist in jeder Phase etwas Besonderes: die letzte Kultur, die wir im Herbst pflanzen, die erste, die im Frühling aufwacht, eine Ernte, die sich wie ein Fest anfühlt, und danach steckt er in fast jedem Gericht.
-JM
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